A


A wie AG: Eine Aktiengesellschaft, oder kurz AG, ist ein Unternehmen, dessen Anteile zumindest teilweise als Aktien gehandelt werden. Durch diesen Verkauf von Anteilen haben AGs meistens mehr Kapital zur Verfügung, können deshalb größere Investitionen tätigen und sind deshalb häufig sehr große Unternehmen.

A wie Aktie: Eine Aktie ist ein sehr kleiner Anteil an einem Unternehmen und wird an einer Börse gehandelt. Der Preis einer Aktie wird bestimmt durch Angebot und Nachfrage und gibt dem Aktionär bestimmte Mitspracherechte im Unternehmen

A wie Apple, Amazon, Alphabet, Alibaba: Vier der „wertvollsten“ Unternehmen der Welt


B


B wie Blase: Eine Blase oder Bubble ist ein Phänomen an den Investmentmärkten, bei dem ein bestimmter Markt überbewertet wird, weshalb die Preise in dieser Sparte besonders stark steigen. Irgendwann stellt sich dann heraus, dass die Wertpapiere auf diesem Gebiet ihren Preis gar nicht Wert sind und die Preise fallen. Weil sich für diese Wertpapiere dann keine Käufer mehr finden, fallen die Preise weiter. Alle Akteure die dann in diesen Markt investiert haben und ihre Positionen nicht rechtzeitig verkauft haben, verlieren einen Großteil dieses angelegten Vermögens. Die letzten beiden Blasen waren die Dotcom-Blase im Jahr 2000, in der massiv auf Technologieunternehmen spekuliert wurde und die Immobilienblase, die 2008 eine globale Finanz- und Wirtschaftskrise auslöste

B wie Broker: Ein Broker oder zu deutsch Börsenmakler ist die Person, die die Kaufaufträge eines Kunden auf dem jeweiligen Markt ausführt. Entschließt sich eine Anleger etwa, eine bestimmte Aktie zu kaufen, so gibt er dem Broker dafür den nötigen Auftrag und dieser führt dann die tatsächliche Handlung durch. Dafür wird der Broker mit einer Vermittlungsgebühr bezahlt. Einige Broker bieten auch Beratung oder Kaufempfehlungen an. Ein Broker kauft also immer für seinen Auftraggeber und nicht für sich selbst.

B wie Bullenmarkt: Als Bullenmarkt bezeichnet man einen lang anhaltend steigenden Kurs, wie etwa zwischen der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/09 und der derzeitigen Corona-Krise
Als Gedankenstütze: Ein Bulle bewegt seinen Kopf, wenn er jemanden angreift von unten nach oben.

B wie Bärenmarkt: Der Bärenmarkt bildet das genaue Gegenteil des Bullenmarktes. Von einem Bärenmarkt spricht man, wenn der Kurs des Gesamtmarktes fallend ist. Häufig tritt diese Situation in politischen oder wirtschaftliche Krisen auf. Wie auf beim Bullenmarkt gibt es hier eine Gedankenstütze: Ein Bär schlägt mit seinen Tatzen von oben nach unten, wenn er angreift.

B wie Börse: Eine Börse ist ein Markt für Wertpapierhandel. Es können aber auch Rechte, Wertstoffe oder Devisen gehandelt werden. Ob eine Börse ein tatsächlicher Ort, wie etwa der New York Stock Exchange oder eine virtuelle Plattform ist, spielt dabei keine Rolle. Allerdings haben Börsen nur bestimmte Öffnungszeiten, wodurch Zeiträume entstehen, in denen an ihnen nicht gehandelt werden kann. Der Handel findet in dieser Zeit außerbörslich statt.

B wie Bitcoin: Bitcoin ist die Kryptowährung mit dem größten Handelsvolumen und die erste Anwendung von Blockchain. 2008 wurde Bitcoin von einem, sich selbst als Satoshi Jamamoto bezeichnenden, Softwareentwickler erstellt. Anders als bei anderen, an den Börsen gehandelten Assets, steht hinter einem Bitcoin nichts reales, wei etwa ein Anteil an einem Unternehmen oder ein Kredit, was den Wert von Bitcoin nur von Angebot und Nachfrage abhängig macht. Wie bei allen Kryptowährungen hat auch der Wert von Bitcoin eine hohe Volatilität und kann nicht wirklich langfristig vorhergesagt werden. Wirklich bekannt wurde Bitcoin im Herbst 2017, als der Wert innerhalb kurzer Zeit um 1000% stieg und damit viele Anleger, die früh eigestiegen waren sehr reich machte. Auch wenn der Wert seitdem wieder gesunken ist und derartige Preisschwankungen nicht mehr sehr wahrscheinlich sind, bleibt Bitcoin doch eine spannende Anlage.


C


C wie CFD: Ein CFD oder auf Deutsch Differenzkontrakt ist im wesentlichen ein ETF. Wie bei einem ETF ist der Wert eines CFDs auch vom Kurs der zugehörigen Basis abhängig, allerdings bezieht sich eine ETF auf mehrere Werte, während ein CFD sich auf die Preisänderung eines Wertes beschränkt.

C wie Coronakrise: Die derzeitige Finanzkrise wird auch im Aktiengeschäft als Coronakrise bezeichnet. Anders als bei anderen Finanzkrisen handelt es sich beim Auslöser dieser Krise nicht um eine Kreditblase, wie bei der Finanzkrise 2008, sondern um einen tatächlichen Arbeitsstillstand oder Lockdown. Außerdem hat bei dieser Krise die Politik das erste Mal die Möglichkeit, die Gegenmaßnahmen zeitgleich zur Krise zu entscheiden, was dazu führt, das niemand den weiteren Krisenverlauf wirklich vorhersagen kann, da es eine solche Krise schlicht noch nicht gab. Das gilt auch für die besondere Geschwindigkeit, mit der die Aktien einbrachen, z.B. sank der DAX um 40% innerhalb eines Monats.


D


D wie DAX: Der deutsche Aktienindex (oder kurz DAX) bildet die Entwicklung der größten deutschen AGs ab. Der Einfluss einer Wertentwicklung einer Aktie hängt dabei vom Wert der momentan frei gehandelten Aktien dieses Unternehmens ab. So macht die Volkswagenaktie nur 2,43%, BASF aber 5,3% des DAX aus, obwohl der Gesamtwert der Volkswagen AG deutlich über dem von BASF liegt. Anders als andere Indizes ist der DAX ein Performance-Index, wird beim DAX wird also nicht nur die Wertentwicklung der Aktien berücksichtigt, sondern auch die Dividende der jeweiligen Unternehmen. Es wird also praktisch davon ausgegangen, dass ein Investor sein Portfolio genau im derzeitigen Einflussverhältnis anlegt und jede Dividende, die er daraus erhält, wieder in dieses Portfolio investiert. Als Basiswert wurde die Börsenlage vom 31. Dezember 1987 mit 1000 Punkten angesetzt. Seitdem ist der Dax auf zwischenzeitlich über 13.700 Punkte gestiegen. Die DAY-Berechnung findet täglich von 9:00 Uhr bis 17:30 statt, seit 2006 wird der DAX sekündlich berechnet.

D wie Dividende: Eine Dividende wird von Aktiengesellschaften an seine Aktionäre ausgeschüttet. Dabei wird der Gewinn des letzten Geschäftsjahres zum Teil im Unternehmen reinvestiert, den Rest erhalten die Aktionäre, aufgeteilt nach ihren Unternehmensanteilen, d.h. Wer 5% der Aktien eines Unternehmens hält, erhält auch 5% der Dividende. Da jede AG grundsätzlich von den Aktionären auf der Hauptversammlung geführt wird und diese an einer möglichst hohen Dividende interessiert sind, sind AGs grundsätzlich auf Gewinnmaximierung ausgelegt. In letzter Zeit haben sich aber immer mehr Unternehmen dazu entschlossen, auf eine Gewinnausschüttung zu verzichten, um mehr Geld reinvestieren zu können und somit innovativ zu bleiben. Die bekanntesten Beispiele dafür bilden Facebook, Alphabet und Tesla.

D wie Dotcom Blase: Als Dotcom Blase bezeichnet man die Spekulationsblase auf die sogenannten Dotcom-Unternehmen: Technologie- oder andere mit Internet assoziierte Unternehmen, daher der Name Dotcom („.com“ als Domain-Endung im Internet). Zuvor waren viele Technologiestartups gegründet worden und es hatte sich der Glauben verbreitet, dass diese Unternehmen in Zukunft zu den wertvollsten am Markt werden würden, weshalb viele Anleger deren Aktien zu zu hohen Preisen kauften. Auch Unternehmen kauften die Startups zu teuer, nur um sie später selbst mit Investitionen zahlungs- und konkurrenzfähig zu halten. Im März 2000 platzte die Blase und viele Anleger wechselten zu angeblich sichereren Investitionen, wie etwa Immobilien-ETFs, was zu einem starken Preisanstieg führte und so die Immobilienblase auslöste.

D wie Dow Jones: Der Dow Jones oder offiziell Dow Jones Industrial Average ist der wichtigste Index der USA. Anders als beim DAX gibt es für die Aufnahme in den Dow Jones keine bestimmten Voraussetzungen, die Entscheidung, welche Unternehmen aufgenommen werden liegt allein beim Wall Street Journal. In der Realität bildet der Dow Jones also nicht die 30 größten Unternehmen der USA ab, sondern 30 Unternehmen, die in ihrer bisherigen Geschichte ziemlich erfolgreich waren. Besonders am Dow Jones ist außerdem die Tatsache, dass wenn der Wert innerhalb eines Vormittags um 10% fällt, die New Yorker Börse für eine Stunde geschlossen wird. Zusätzliche Regeln gelten auch für spätere Tageszeiten oder höhere Kursverluste. Der Index wurde am 26. Mai 1896 von Charles Dow ins Leben gerufen und umfasste zunächst 12 Unternehmen. Seinen größten Kursverlust verzeichnete der Dow Jones in Folge des Börsencrashs 1929 und sank um fast 90%, seitdem gab es infolge großer Wirtschaftskrisen immer wieder heftige Schwankungen, zuletzt lag der Wert vor der Corona-Krise bei über 29.000 Punkten.


E


E wie ETF: Ein ETF (Exchange Traded Fund) ist ein Investmenttool, dass die Entwicklung mehrerer Kurse vereint. Mehr dazu beim Artikel ETF.

E wie eToro: eToro ist eine Tradingwebseite / -app, die auf einfachem Weg Investment ermöglicht. Man handelt dabei nicht mit tatsächlichen Aktien, sondern ausschließlich mit CFDs. Da eToro aber für seine Kunden auch der Marketmaker ist, d.h. sämtliche Deals laufen nur innerhalb der Plattform, verdient es sein Geld nur über die Kaufgebühren und Verluste seiner Kunden. Somit kann eToro für Einsteiger eine gute Möglichkeit sein, mit einem Demo-Konto Erfahrungen zu sammeln, für eine tatsächliche Anlage gibt es bessere Anbieter.


F


F wie Futures Contract: Eine Möglichkeit für Investoren auf dem Rohstoffmarkt zu verdienen. Ein Futures Contract ist eine Erlaubnis und Verpflichtung für den jeweiligen Besitzer an einem bestimmten Datum eine bestimmte Menge des jeweiligen Rohstoffs „abzuholen“. Der ursprüngliche Sinn besteht darin, dass Unternehmen, die zum Beispiel auf Öllieferungen angewiesen sind, schon im Voraus planen können, wie viel Geld sie für die monatliche Öllieferung bezahlen müssen. Der für Investoren spannende Teil beginnt mit den Preisschwankungen der Rohstoffe. So kaufen Trader einen Futures Contract in einer Zeit, in der der Rohstoffpreis eher niedrig ist, um ihn später mit einem höheren Preis an den tatsächlichen Abnehmer weiterzuverkaufen. Wohin das führen kann, sah man im April 2020, als der Futures Contract für Öl in den USA in negative Beträge rutschte und Käufer dafür bezahlt wurden die Öllieferungen zu nutzen. Zuvor hatten Investoren auf steigende Ölkurse gesetzt, die Preise waren weiter gefallen und die Trader mussten ihre Contracs loswerden, da sie keine Möglichkeit hatten, das Öl tatsächlich abzuholen.


G


G wie Gold: Für viele Investoren und Anleger bildet Gold eine Absicherung gegen heftige Börsenabstürze und Kursschwankungen, da das Edelmetall immer einen rechtstabilen Wert hat. Weil viele Marktakteure bei einer aufkommenden Krise ihr Geld in Gold anlegen und somit absichern wollen, steigt in diesen Fällen der Goldpreis häufig an.
Viele Anleger sehen in Gold die absolute Sicherheit, selbst bei einem Systemzusammenbruch ihr Vermögen bewahren zu können, aus der Sicht einiger Experten gehen diese Anleger aber nur davon aus, dass das Geldsystem zusammenbricht, der Rechtsstaat aber dennoch bestehen bleibt, was in einer großen Krise wie etwa der Great Depression durchaus passieren kann, bei einem Systemkollaps ist jedoch auch Gold nicht vor Diebstahl sicher


H


H wie Hedgefond: Ein Hedgefond („Hedge“: engl. absichern)ist ein aktiv gemanagter Fond oder ETF, der sich jedoch in einigen Aspekten von einem gewöhnlichen Aktienfond unterscheidet. Erstens ist es nur ab einer gewissen Geldsumme möglich, in ein Hedgefond zu investieren, sodass dies häufig nur sehr Vermögende Privatpersonen oder Firmen wie etwa Versicherungen tun können. Zweitens kann nur zu bestimmten Zeitpunkten in Hedgefonds investiert werden und drittens haben Hedgefonds auch eine andere Anlagestrategie und Funktion als andere Investmentfonds. Ursprünglich waren Hedgefonds als Anlagemöglichkeiten gedacht, mit denen etwa Unternehmer auch von fallenden Kursen in Krisenzeiten profitieren konnten, um so etwa genug Geld zur Verfügung zu haben, die eigene Firma durch auftragsschwache Jahre zu bringen. Hauptsache deshalb, weil Hedgefonds Leerverkäufe tätigen dürfen, daher auch der Name. Mittlerweile haben sich Hedgefonds eher zu einer risikoreichen, aber dafür auch lukrativen Anlagemöglichkeit entwickelt, der Gewinn geht dabei traditionsgemäß zu 20% an die Fondverwaltung als Bezahlung und zu 80% an die Anleger.
Hedgefonds stehen jedoch auch immer häufiger in der Kritik, weil sie mittlerweile über 3 Billionen Dollar verwalten und daher auftretende Kursschwankungen noch deutlich verstärken können. Außerdem werden sie häufig mit Heuschreckenschwärmen verglichen, die sich auf aufstrebende Industriezweige stürzen, die Unternehmen aufkaufen und dann, ohne Rücksicht auf die Angestellten oder die Zukunft des Unternehmens, mit möglichst viel Gewinn wieder weiterverkaufen. Trotz des gewaltigen verwalteten Vermögens zahlen die meisten Hedgefonds kaum steuern, da sie nahezu ausnahmslos in Steueroasen, wie etwa den Kaimaninseln, registriert sind.


I


I wie Investmentbank: Invetmentbanken sind eine besondere Art von Banken, deren Geschäft nicht im üblichen Kredit- und Kleinkundengeschäft besteht, sondern im Handel mit Wertpapieren, der Risikobewertung und Marktanalyse von Unternehmen und der Einführung von Unternehmen an die Börse besteht. Häufig bildet das Investmentbanking nur eine Sparte einer Großbank, wie etwa bei der Deutschen Bank oder der Citigroup, es gibt jedoch auch reine Investmentbanken wie die US-amerikanischen Banken JP Morgan, Goldman Sachs oder Morgan Stanley. Vor der Finanzkrise 2008 waren Investmentbanken die absoluten Marktführer am Wertpapiermarkt, durch den Vertrauensverlust ihrer Kunden haben sie diesen Rang mittlerweile an andere Vermögensverwalter wie Hedgefonds oder Fondgesellschaften verloren.

I wie Immobilienblase: Der Begriff der Immobilienblase kommt meistens im Zusammenhang mit der Finanzkrise 2008 vor. Der Auslöser dieser Finanzkrise war die Überbewertung des US-amerikanischen Immobilienmarktes. Hierbei wurden Kredite an Hauskäufer zu ETFs gebündelt, um das Risiko einer Zahlungsunfähigkeit eines einzelnen Kreditnehmers zu verringern. Diese ETFs waren derart begehrt, dass künstlich immer weitere Immobilienkredite vergeben wurden, was zu enorm günstigen Kreditzinsen führte und die Immobilienpreise massiv in die Höhe trieb. Als irgendwann die Immobilienkäufer ihre Kredite nicht mehr zurückzahlen konnten, platzte die Blase. Wie bei Blasen üblich sanken die ETF-Preise rasant und die Anleger und Banken, die ETFs besaßen, verloren einen Großteil ihres Vermögens. Durch ihre ständige Versicherung, die Immobilienpreise seien sicher, die sich dann als falsch herausstellte, verloren die Investmentbanken auf der ganzen Welt an Ansehen.

Bei Interesse an diesem Thema empfehlen wir den Film „The big short“